Am 26. November 2025 fand in der WKO Villach der Fokustalk „Digitale Souveränität“ statt – ein Auftakt, der klar zeigte, wie wesentlich digitale Unabhängigkeit in Zeiten globaler Abhängigkeiten geworden ist. Gastgeber waren der Software Internet Cluster und die WKK-Fachgruppe UBIT. Die Veranstaltung war zugleich die erste Session der wieder installierten Fokusgruppe Open Source, deren Leitung René M. Kopeinig übernommen hat.
Digitale Souveränität bedeutet Unabhängigkeit
Nicolas Stocker, Junior System-Engineer beim IKT & Cybersicherheitszentrum des Österreichischen Bundesheeres, erklärte in seinem Impulsvortrag, dass digitale Souveränität vor allem eines bedeutet: Unabhängigkeit. Für das Österreichische Bundesheer heißt das:
- Daten vollständig in eigener Hand,
- keine Abhängigkeit von externen Servern oder proprietären Systemen,
- proaktives Handeln in Richtung Datensicherheit.
Damit wurde deutlich: Digitale Souveränität ist eine strategische Fähigkeit – und im sicherheitskritischen Bereich unverzichtbar. Er betonte, dass nicht die Lizenzkosten ausschlaggebend für die Transformation waren: „Die Umstellung war kein Kostenprojekt – es war ein Souveränitätsprojekt.“
Ausschlaggebend war der Gedanke, dass die Datenhoheit nicht außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen darf.
Ein Großprojekt: LibreOffice für 16.000 Anwender:innen
Ein Meilenstein war die Umstellung von Microsoft Office auf LibreOffice für 16.000 Anwender:innen. Der Weg dorthin begann 2021 und erforderte Durchhaltevermögen, Ressourcen, Prozessanpassungen und umfangreiche interne Schulungen. Das Ergebnis zeigt: Digitale Souveränität ist erreichbar – aber sie braucht Commitment.
„Wir müssen funktionieren, wenn sonst keiner funktioniert.“
Mit diesen Worten beendete Nicolas Stocker seinen Vortrag – ein klares Plädoyer für maximale Eigenständigkeit.
Auftakt der neuen Fokusgruppe Open Source
Mit dem Fokustalk startete offiziell die neu belebte Fokusgruppe Open Source im Software Internet Cluster. René M. Kopeinig, der die Leitung übernommen hat, betonte: „Open Source ist kein Nischenthema – es ist eine Grundlage für Souveränität, Innovation und moderne IT-Infrastruktur.“
Auch Marc Gfrerer, Vorsitzender des SIC, unterstrich die Relevanz: „„Absolute digitale Unabhängigkeit ist eine Illusion – wir alle sind in irgendeiner Form vernetzt und abhängig. Dennoch wird die bewusste Nutzung von Open-Source-Technologien immer wichtiger, um kritische Bereiche eigenständig und resilient zu gestalten. Nur so schaffen wir mehr Handlungsspielraum und reduzieren Risiken in einer zunehmend komplexen digitalen Welt.“
Einladung an die Community
Open-Source-Interessierte sind herzlich willkommen, sich in der Fokusgruppe einzubringen, mitzudiskutieren und gemeinsam Impulse für eine souveräne digitale Zukunft zu setzen.



